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Kosten & Recht 7 Min. Lesezeit

Nebenkosten beim Immobilienverkauf in Bayern

Grunderwerbsteuer, Notarkosten, Maklerprovision – beim Immobilienverkauf fallen verschiedene Kosten an. Dieser Ratgeber gibt Ihnen einen vollständigen Überblick über alle Nebenkosten in Bayern und zeigt, wer welchen Anteil trägt.

Alle Nebenkosten im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt die typischen Nebenkosten beim Immobilienverkauf in Bayern und wer sie jeweils trägt:

KostenartHöheZahlt
Grunderwerbsteuer3,5 %Käufer
Notarkosten1,0–1,5 %Käufer
Grundbucheintragungca. 0,5 %Käufer
Maklerprovisionje 3,57 %Käufer & Verkäufer
Löschung Grundschuldca. 0,2 %Verkäufer
VorfälligkeitsentschädigungvariabelVerkäufer
SpekulationssteuervariabelVerkäufer

Prozentangaben beziehen sich auf den Kaufpreis. Stand: 2026.

Rechenbeispiel: Eigentumswohnung in Augsburg (400.000 €)

Kosten für den Käufer

Grunderwerbsteuer (3,5 %)14.000 €
Notar & Grundbuch (ca. 2 %)8.000 €
Maklerprovision (3,57 %)14.280 €
Gesamt Käuferca. 36.280 €

Kosten für den Verkäufer

Maklerprovision (3,57 %)14.280 €
Löschung Grundschuld (geschätzt)400 €
Gesamt Verkäuferca. 14.680 €

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Grunderwerbsteuer in Bayern: 3,5 %

Bayern hat mit 3,5 % den niedrigsten Grunderwerbsteuersatz in Deutschland. Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Schleswig-Holstein liegt der Satz bei 6,5 %. Die Grunderwerbsteuer wird vom Käufer getragen und ist innerhalb eines Monats nach Erhalt des Steuerbescheids fällig.

Erst nach Zahlung der Grunderwerbsteuer erteilt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung, die für die Eintragung des neuen Eigentümers im Grundbuch erforderlich ist.

Notar- und Grundbuchkosten

In Deutschland ist die notarielle Beurkundung des Kaufvertrags gesetzlich vorgeschrieben. Die Notargebühren richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) und betragen in der Regel 1,0 bis 1,5 % des Kaufpreises.

Hinzu kommen die Kosten für die Grundbucheintragung, die bei etwa 0,5 % des Kaufpreises liegen. Beide Positionen werden üblicherweise vom Käufer getragen.

Der Notar übernimmt die Vertragserstellung, die Beurkundung, die Einholung aller Genehmigungen und die Abwicklung der Kaufpreiszahlung über ein Notaranderkonto (falls vereinbart).

Spekulationssteuer: Wann sie anfällt

Verkaufen Sie eine Immobilie innerhalb von zehn Jahren nach dem Erwerb, fällt auf den Gewinn Spekulationssteuer an – das gilt besonders bei geerbten Immobilien, bei denen die Frist des Erblassers übernommen wird. Der Steuersatz entspricht Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz.

Ausnahme: Wenn Sie die Immobilie im Verkaufsjahr und in den beiden vorangegangenen Jahren ausschließlich selbst bewohnt haben, entfällt die Spekulationssteuer – unabhängig von der Haltedauer.

Achtung: Bei vermieteten Immobilien gilt die 10-Jahres-Frist ohne Ausnahme. Prüfen Sie vor dem Verkauf, ob die Frist bereits abgelaufen ist – wenige Monate Geduld können tausende Euro Steuern sparen.

Vorfälligkeitsentschädigung

Wenn Sie Ihren Immobilienkredit vorzeitig ablösen, kann die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Die Höhe hängt von der Restlaufzeit, dem Zinssatz und der Restschuld ab und kann mehrere tausend Euro betragen. Dieses Thema ist besonders relevant beim Immobilienverkauf bei Scheidung, wenn der Kredit vorzeitig aufgelöst werden muss.

Nach zehn Jahren Laufzeit haben Sie ein Sonderkündigungsrecht (§ 489 BGB) mit sechs Monaten Kündigungsfrist – dann entfällt die Vorfälligkeitsentschädigung. Planen Sie den Verkauf entsprechend.

Häufige Fragen zu den Verkaufskosten

Welche Kosten trägt der Verkäufer beim Immobilienverkauf?

Der Verkäufer trägt in der Regel seinen Anteil der Maklerprovision (3,57 % in Bayern), eventuelle Kosten für die Löschung von Grundschulden, die Vorfälligkeitsentschädigung bei vorzeitiger Kreditablösung und gegebenenfalls die Spekulationssteuer.

Welche Kosten trägt der Käufer?

Der Käufer zahlt die Grunderwerbsteuer (3,5 % in Bayern), die Notar- und Grundbuchkosten (ca. 1,5–2 %), seinen Anteil der Maklerprovision (3,57 %) und gegebenenfalls Kosten für die Finanzierung.

Kann ich die Verkaufskosten steuerlich absetzen?

Privatverkäufer können die Kosten in der Regel nicht absetzen. Ausnahme: Wird eine vermietete Immobilie innerhalb der Spekulationsfrist verkauft, mindern Maklerkosten und andere Veräußerungskosten den steuerpflichtigen Gewinn.

Was kostet die Löschung einer Grundschuld?

Die Kosten für die Löschung einer Grundschuld betragen etwa 0,2 % des eingetragenen Grundschuldbetrags – bei einer Grundschuld von 200.000 Euro also rund 400 Euro für Notar und Grundbuchamt zusammen.

Über den Autor
Enes Gülcan – Immobilienmakler Augsburg

Enes Gülcan

Immobilienexperte & Gründer von Nordhall Immobilien

Ich begleite Eigentümer in Augsburg persönlich beim Verkauf ihrer Immobilie – diskret, strukturiert und mit dem Anspruch, für Sie das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

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